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Mondalter: 9. und 22. Tag

Langsam werden immer mehr Bereiche der dunklen Hälfte unseres Trabanten sichtbar – die Westhälfte des Monds enthält mehr und größere Meere als die Osthälfte. Der Terminator verläuft nun durch das Meer der Kälte und das Regenmeer, weiter südlich durchquert er nun auch das Mare Cognitum, das „bekannte Meer“. Das Highlight des Abends ist der Krater Copernicus. Ihm waren wir bereits gestern begegnet, als er langsam aus dem Schatten erschien. Sie finden ihn südlich des Regenmeeres, an der Grenze zu einer weiteren Lavaebene: Dem Inselmeer Mare Insularum. Der 810 Millionen Jahre alte Krater ist 93 Kilometer groß und hat einen rund viertausend Meter hohen, terrassierten Randwall. Das Zentralmassiv in seinem Zentrum erstreckt sich über ein dreißig Kilometer großes Gebiet, die höchsten Gipfel sind aber nur 1300 Meter hoch. Auch Copernicus liegt im Zentrum eines Strahlennetzes, allerdings hat sich das beim Einschlag herausgeworfene Material nur über einen Radius von 500 Kilometern verstreut – und nicht über 3000 Kilometer wie bei Tycho.

Im Norden von Copernicus finden Sie ein weiteres Bergmassiv, die Karpaten. Es ist 280 Kilometer lang und fügt sich in den Bogen ein, den Alpen und Apenninen beschreiben. Neben 2400 Meter hohen Berggipfeln finden Sie hier auch den kreisrunden, 26 Kilometer großen Krater Gay-Lussac. An ihn schließt die Gay-Lussac-Rinne an, die von Nord-Ost nach Südwest verläuft und kein ganz leichtes Ziel ist.

Versuchen Sie nun einmal, sich in dem Kratergewirr im Süden des Mondes zurecht zu finden. Ein Stück südlich von Tycho finden Sie einen der komplexesten Krater: Den mit 225 Kilometer Durchmesser sehr großen Clavius. Sein östlicher, vom Terminator abgewandter Wall ist 4500 Meter hoch und wird von zwei Kratern unterbrochen: Porter im Norden und Rutherford im Süden. Beide sind je etwa 45 Kilometer groß. Auch am Boden von Clavius können Sie eine Vielzahl von kleineren Kratern finden. Im Nordwesten finden Sie noch den 145 Kilometer großen Krater Longomontanus, ihn trennen nur wenige Krater von dem verwüsteten Clavius. Der Wall von Longomontanus wurde zwar durch viele kleine Meteoriteneinschläge beschädigt, da der Kraterboden jedoch von Lava überflutet wurde, wirkt er vergleichsweise glatt und aufgeräumt.

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