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Mondalter: 7. und 20. Tag

Der Halbmond bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Arbeiten wir uns wieder einmal von Norden nach Süden. Das Meer der Kälte oder Mare Frigoris ist jetzt immer vollständiger zu sehen. Südlich von ihm liegt in der Nähe des Terminators nun nicht mehr das Meer der Heiterkeit, sondern die ersten Ausläufer des Regenmeers oder Mare Imbrium. Zwischen den beiden riesigen Lavaebenen finden Sie die 250 Kilometer lange Gebirgskette der Alpen. Sie ist etwa achtzig Kilometer breit, ihre Gipfel erheben sich im Schnitt 2400 Meter über die Umgebung, der höchste Gipfel ist sogar ein Viertausender. Der Westteil ist ein ausgedehntes Gewirr aus Bergen, während der Osten eher schmal ausläuft. Quer durch die Alpen verläuft das Alpental: Ein markanter Graben, 130 Kilometer lang und elf Kilometer breit. Im Südosten der Alpen finden Sie den flachen Krater Cassini. Seine Wälle erheben sich nur 1300 Meter über den ebenen, lavagefüllten Boden. In dem sechzig Kilometer großen Krater Cassini liegen zwei auffällige, zwölf und acht Kilometer große Krater.

Vielleicht zweihundert Kilometer südlich von Cassini liegt mit Aristillus ein Mondkrater, wie er im Buche steht. Er ist 55 Kilometer groß und hat einen 3700 Meter hohen, terrassierten Randwall. Sein Zentralgebirge ist 900 Meter hoch und in mehrere Gipfel unterteilt. Erkennen Sie den leichten Strahlenkranz, der von dem Krater ausgeht? Es handelt sich um geschmolzenes Gestein, das beim Einschlag herausgeschleudert wurde.

Wenn Sie dem Schwung der Alpen über die Lavaebene folgen, die das Meer der Heiterkeit mit dem Regenmeer verbindet, stoßen Sie auf eine weitere, noch imposantere Gebirgskette: Die Apenninen. Alpen und Apenninen scheinen die Reste eines gewaltigen Kraterrandes zu sein.

In der Mitte des Mondes gibt es wieder einige Rillen: Die Hyginus- und Triesnecker-Rillen sind aber vor allem für größere Teleskope interessant. Peilen wir lieber ein Stück weiter nach Süden, wo uns ein Kratertrio erwartet, das an Theophilus, Cyrillus und Catharina erinnert. Es liegt östlich des mächtigen Kraters Albategnius noch im Schatten, wenn der Mond exakt sieben Tage alt ist – keine drei Stunden später taucht es aus dem Schatten auf. Ptolemäus, der größte dieser Gruppe, ist volle 150 Kilometer groß. Sein Ringwall ist stark zerfallen, und das Innere des Kraters ist mit Lava geflutet. Hier gibt es nur einige wenige Krater und Geisterkrater, von einem Zentralberg ist nichts zu sehen.

Im Süden schließt Alphonsus an, ähnlich alt und lavaüberflutet wie Ptolemäus. Allerdings ragt sein Zentralberg noch tausend Meter über die Lava hinaus. Ganz im Süden liegt der jüngste, nur einhundert Kilometer große Krater Arzachel. Er hat einen schönen Wall mit einer deutlichen Terrassenstruktur und einen 1500 Meter hohen Zentralberg. Zwischen Arzachel und Alphonsus finden Sie schließlich noch den kleineren Krater Alpetragius.

Werfen Sie zum Schluss noch einen Blick auf die Hochebenen im Süden des Mondes. Dort verbergen keine Lavafelder die Spuren des heftigen Meteoritenbombardements, das unser Trabant in seiner Frühzeit erlitt.

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