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Mondalter: 4. und 17. Tag

Die Mondsichel ist jetzt nach Sonnenuntergang deutlich am Abendhimmel zu sehen, im aschgrauen Licht erkennen Sie auch noch die dunkle Seite unseres Trabanten. Südlich des Mare Crisium ist nun das Meer der Fruchtbarkeit vollständig zu sehen, das „Mare Fecunditatis“. Im Westen verläuft der Terminator durch das Mare Tranquilitatis, das Meer der Ruhe. In seinem Süden schließt das Mare Nectaris an, das Nektar-Meer. Weiter im Süden liegt ein kraterübersätes Hochland, in dem sich zahlreiche Einschlagsspuren überlagern.

Beginnen wir mit der Beobachtung der Details im Norden, bei einem auffälligen Kraterpaar: Hercules und Atlas. Atlas ist der östliche und somit weiter vom Terminator entfernt. Sein Durchmesser beträgt 87 Kilometer, damit ist er fast doppelt so groß wie die kleine Bergkette, die im Norden an ihn anschließt. Die Wälle dieses Kraters erheben sich rund drei Kilometer hoch über den hügeligen Boden. Der nur dreihundert Meter hohe Zentralberg ist zwischen all diesen Hügeln kaum zu erkennen.

Der benachbarte Hercules ist nur 69 Kilometer groß, aber zweihundert Meter tiefer als Atlas. Der südwestliche Kraterrand wird von einem nur fünf Kilometer großen Krater unterbrochen, ein weiterer, dreizehn Kilometer großer Krater liegt im lavaüberfluteten Inneren von Hercules.

Im Nordwesten des Paars liegen die ersten Ausläufer des Mare Frigoris, des Meeres der Kälte. Es ist eines der ungewöhnlichsten Mondmeere: 1000 Kilometer lang, aber nur wenige hundert Kilometer breit und eher bogenförmig. In den nächsten Tagen wird es allmählich vollständig sichtbar werden. Seine längliche Form ist ein Hinweis auf sein hohes Alter. Es entstand wohl vor den südlicheren Lavaebenen des Meers der Heiterkeit (Mare Serenitatis) und des Regenmeers (Mare Imbrium), die ebenfalls erst in einigen Tagen sichtbar werden.

Schauen wir uns erst einmal das Mare Tranquilitatis an, das Meer der Ruhe. Hier landeten 1969 die Astronauten von Apollo 11 als erste Menschen auf dem Mond. Natürlich werden Sie davon keine Spuren finden. Apollo 11 landete im Südwesten der 650 mal 900 Kilometer großen Lavaebene, also in einem Gebiet, das langsam aus dem Schatten auftaucht.

Der Krater Cauchy im Osten des Mare Tranquilitatis ist zwölf Kilometer groß und markiert zwei Herausforderungen. Nördlich von ihm liegt eine 120 Kilometer lange, aber nur vier Kilometer breite Rille – kein leichtes Ziel. Südlich des Kraters verläuft die Cauchy-Wand fast spiegelbildlich zur Rille. Beide erscheinen als schmale Linien und sind vermutlich gemeinsam entstanden.

Deutlich leichter sind die zahlreichen, halb überfluteten Krater im Meer der Ruhe zu erkennen. Die Südhälfte des Monds ist ein kraterübersätes Hochland. Etwa auf halber Strecke zwischen dem Mare Nectaris und dem südlichen Mondrand überlagern sich zahlreiche Einschlagsspuren. Besonders bemerkenswert ist der Krater Jansen. Seine Kraterwälle sind fast verschwunden, dennoch ist seine Form noch erkennbar. Sein Nordrand liegt unter dem rund achtzig Kilometer großen Krater Fabricius begraben. In ihm finden Sie nicht nur einen auffälligen Zentralberg, sondern auch ein längliches Gebirge.

Dritter im Bunde ist Metius im Nordwesten. Auch sein südöstlicher Rand wird von Fabricius überlagert. an seinem Boden liegen ein kleinerer Krater und ein nicht allzu auffälliger Zentralberg.

Nordöstlich dieses Trios verläuft das Rheita-Tal – eine fünfhundert Kilometer lange und bis zu dreißig Kilometer lange Kette aus einem Dutzend Kratern, die ineinander übergehen. Die Felsbrocken, die zur Entstehung dieses „Tales“ führten, wurden wahrscheinlich bei der Entstehung des Nektar-Meeres herausgeschleudert.

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