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Mondalter : 13. und 26. Tag

Am Abend vor Vollmond gibt es nicht mehr viel zu sehen, und wer nicht genau hinsieht, könnte leicht meinen, es wäre bereits Vollmond – hell genug dafür ist er. Die Strahlen, die von einigen jungen Kratern ausgehen, lassen sich leicht verfolgen, auch die Unterteilung in helle Hochebenen und dunkle Meere ist leicht.

Achten Sie einmal auf die Gegend in der Nähe von Grimaldi, den wir gestern besucht hatten. Ein Stück westlich von ihm liegt Mare Orientale, das Ostmeer. 1961 setzte die Internationale Astronomische Union die Regeln für die Himmelsrichtungen so fest, dass für einen Beobachter auf dem Mond die Sonne im Osten aufgeht, genau wie auf der Erde. Damit lag das östliche Randmeer auf einmal im Westen. Vorher entsprachen Ost und West auf dem Mond den Himmelsrichtungen an der Himmelskugel, mit dem Beginn des Raumfahrtzeitalters entschied man sich für die neue Definition.

Das Mare Orientale ist dreihundert Kilometer groß und liegt nur zur Hälfte auf der erdzugewandten Seite unseres Trabanten. Erinnern Sie sich, dass wir durch die Libration genannte Pendelbewegung des Mondes immer wieder über seinen Rand hinaus sehen können? Daher können wir gelegentlich einen Blick auf das Ostmeer erhaschen. Einfacher sind die beiden konzentrischen Gebirgsringe, die das Lavabecken umgeben. Am leichtesten sind die Kordilleren zu sehen, der äußere Gebirgsring. Ihre Gipfel ragen bis zu fünftausend Meter hoch. Sie haben einen Durchmesser von 900 Kilometer und erscheinen daher fast gerade.

Der innere Gebirgsring hat einen Durchmesser von 600 Kilometer und trägt den Namen Rook-Gebirge. Seine höchsten Gipfel ragen fast sechstausend Meter hoch, dennoch benötigen Sie eine günstige Librationsstellung, um sie und das dahinter liegende Meer erspähen zu können – ansonsten verbergen sie sich hinter dem Horizont.

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