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Mondalter: 12. und 25. Tag

Es wird langsam eng, wenn Sie Details auf unserem Erdtrabant sehen wollen. Nur am äußersten Westrand sind zwei Tage vor Vollmond noch einige wenige Krater deutlich auszumachen, der Rest der Mondoberfläche erscheint weitestgehend strukturlos.

Der Krater Grimaldi liegt knapp außerhalb des südwestlichen Randes des Oceanus Procellarum. Der Wall ist sehr niedrig und kaum zu erahnen, dafür ist der extrem ebene Boden sehr dunkel – sogar noch dunkler als der benachbarte Ozean der Stürme. Warum der Basalt hier so extrem dunkel erscheint, ist noch unbekannt. Grimaldi ist sehr ausgedehnt und erstreckt sich über 220 Kilometer. Im Nordwesten schließt Riccioli an diese rätselhafte Region an. Mit 150 Kilometer Durchmesser ist er zwar kleiner als Grimaldi, dafür sind seine Strukturen deutlicher zu erkennen.

Ebenfalls einen Besuch wert sind die Krater Schickard und Wargentin weit im Süden. Schickard ist einer der größten Mondkrater, sein Wall umspannt ein Gebiet mit 230 Kilometer Durchmesser. Im Schnitt ist der Wall nur 1500 Meter hoch, es gibt aber auch einige größere Gipfel. Anstatt eines Zentralberges finden sich im Inneren von Schickard zahlreiche kleinere Einschlagskrater sowie einige Hügelketten.

Im Südwesten grenzt der ungewöhnliche Krater Wargentin an. Seine Wälle erheben sich rund vierhundert Meter über die Umgebung und sind vollständig unversehrt. Das Innere des Kraters ist vollständig mit Lava gefüllt, sie reicht bis an den oberen Rand des Walls. Wahrscheinlich hatte die beim Einschlag hervorquellende Lava keinen Ausgang gefunden, sodass Wargentin heute kein klassischer Krater ist, sondern vielmehr eine 85 Kilometer große Hoche- bene aus aufgestautem Basalt.

Im Südosten von Wargentin liegt noch ein beeindruckender Doppelkrater: Nasmyth und Phocylides gehen ineinander über und bilden einen hübschen Abschluss für diesen Abend.

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