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Mondalter: 11. und 24. Tag

Mittlerweile können Sie die meisten Mondmeere sehen und deutlich erkennen, dass diese die rechte, westliche Hälfte der uns zugewandten Seite dominieren. Endlich hat der Terminator hoch im Norden auch das Meer der Kälte verlassen. Neben dem Mare Frigoris taucht die Bucht des Taus auf, Sinus Roris. An der Grenze zwischen den beiden liegt der fast drei Kilometer hohe Wall des Kraters Harpalus. Er hat einen Durchmesser von vierzig Kilometern und ein Zentralgebirge mit drei Gipfeln. Oberhalb des Mare Frigoris können Sie am Terminator noch zwei weitere Krater erkennen. Der 150 Kilometer große J. Herschel hat nur einen niedrigen Wall und einen flachen Boden. Im Norden schließt Anaximander an, ein nur halb so großer, zerfallener Krater.

Den Krater Kepler hatten wir uns gestern bereits einmal angeschaut, mitten im Oceanus Procellarum, dem Ozean der Stürme. Nun, da die Sonne höher über ihm steht, können Sie sein Strahlennetz besser verfolgen. Es reicht bis zu Copernicus. Im Teleskop ist der Krater Aristarchus auf alle Fälle einen Blick wert. Er liegt nordwestlich von Kepler und ist kaum zu übersehen: Schließlich ist er der hellste aller Mondkrater, obwohl er nur vierzig Kilometer groß ist. Aristarchus entstand vor rund 450 Millionen Jahren und hat einen flachen Grund mit einem kleinen Zentralberg. Nicht nur sein Inneres reflektiert das Sonnenlicht sehr gut, ein Streifen helleren Materials zieht sich auch zu dem benachbarten Krater Herodotus. Dieser ist deutlich älter, etwas kleiner und hat einen von Lava überfluteten Rand. Nordwestlich der beiden Krater liegt ein zerklüftetes Hochland mit dem gewundenen Schröter-Tal. Es ist die am einfachsten zu sehende Mondrille. Wahrscheinlich handelt es sich um einen alten, eingestürzten Lavakanal, der 160 Kilometer lang und bis zu zehn Kilometer breit ist.

Sehr viel weiter im Süden grenzt das Mare Humorum an das Kratergewirr der südlichen Mondregionen. Dieses „Meer der Feuchtigkeit“ ist fast kreisrund und 380 Kilometer groß. An seinem Rand können Sie zahlreiche, zum Teil halb versunkene Krater erkennen. Der größte trägt den Namen Gassendi. Er hat einen Durchmesser von neunzig Kilometer und einen zweitausend Meter hohen Wall. Im Zentrum erhebt sich ein 1200 Meter hoher, dreifacher Zentralberg über den unruhigen Kraterboden. Der kleine Krater, der seinen Wall im Nordwesten durchbricht, trägt die Bezeichnung Gassendi A.

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