Mondmeere

Mare Crisium (Meer der Gefahren)

Das Mare Crisium (lat. „Meer der Krisen“, auf Deutsch auch oft „Meer der Gefahren“ genannt) ist ein Mare des Erdmondes im Crisium-Becken, nordöstlich des Mare Tranquillitatis.

Das „Meer der Krisen“ ist eine 435 × 565 km große Tiefebene, die in Ost-West-Richtung ihre größte Ausdehnung hat. Durch die Mondkrümmung erscheint es trotzdem annähernd rund. Es wird durch hohe Berge von den übrigen Mondmeeren abgegrenzt.

Es befindet sich weit im Osten der Vollmondscheibe bei den selenographischen Koordinaten 17° 00′ N, 59° 06′ E. Sein mittlerer Durchmesser beträgt 418 km.

Im Mare Crisium befinden sich drei künstliche Objekte. Die sowjetische Sonde Luna 15, die noch vor den Astronauten von Apollo 11 Mondgestein zur Erde bringen sollte, prallte beim Landeanflug am 21. Juli 1969 – während des ersten Mondspaziergangs der Amerikaner – wahrscheinlich gegen einen Berg und ging verloren.[1] Luna 23 konnte am 6. November 1974 erfolgreich landen, wobei jedoch der Gesteinsbohrer beschädigt wurde. Auf eine Rückkehr zur Erde wurde daher verzichtet.[2] Luna 24, die letzte Sonde des Luna-Programms, landete am 18. August 1976 nur rund 2,3 km von Luna 23 entfernt und brachte 170 g Mondgestein zur Erde. Teile der Sonde blieben bei der Rückkehr zur Erde auf der Mondoberfläche zurück.

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Mare Fecunditatis (Meer der Fruchtbarkeit)

Das Mare Fecunditatis (lateinisch für „Meer der Fruchtbarkeit“) ist eines der großen „Mondmeere“ auf der erdzugewandten Seite des Erdmondes.
Es liegt auf den selenographischen Koordinaten 8° S, 54° O und hat einen Durchmesser von 850 km.

Das „Meer der Fruchtbarkeit“ enthält nur wenige größere Krater, die mit etwas mehr als zehn Kilometer Durchmesser aber zu klein sind, um in einem üblichen Fernglas aufzufallen.

In seinem Nordostbereich landete die sowjetische Mondsonde Luna 16 sowie der Orbiter Chang’e-1. Nördlich davon, dicht in der Nähe des Mare, Luna 18 und Luna 20.

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Mare Frigoris (Meer der Kälte)

Nördlich der Mondalpen liegt das 1100 × 70 km große „Meer der Kälte“, das vermutlich aus einer Reihe kleinerer Krater entstanden ist, deren Wälle von Lava überschwemmt wurden. Es wird von keinen Kratern aufgewühlt.

Das Mare Frigoris (Lat. „Meer der Kälte“) ist ein „Mondmeer“ auf der erdzugewandten Seite des Mondes.
Es erstreckt sich nördlich des Mare Imbrium und des Mare Serenitatis, außerhalb des Procellarum-Beckens.

Das Mare liegt auf den selenographischen Koordinaten 56° 00' N; 1° 24' E. Sein mittlerer Durchmesser beträgt 1596 km.

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Mare Humorum (Meer der Feuchtigkeit)

Zusammen mit dem Mare Serenitatis ist das „Meer der Feuchtigkeit“ eines der ältesten Mondmeere. Das nur 400 km große Lavameer hat im Süden einige ältere Krater überschwemmt. Im Norden grenzt es an den 90 km großen Krater Gassendi. Im Nordwesten wird das Meer durch die beiden 230 km langen Mersenius-Rillen begrenzt, die allerdings erst im Teleskop zu sehen sind.

Das Gestein des Mare ist etwa 3,9 Milliarden Jahre alt. Die Basaltschicht ist teilweise über 3 km dick. Im Norden grenzt es an den Krater Gassendi, der seinerzeit als möglicher Landeplatz für Apollo 17 in Betracht gezogen wurde.

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Mare Imbrium (Regenmeer)

Das Mare Imbrium (lateinisch für Meer des Regens oder Regenmeer, da man früher die dunklen Tiefebenen für Meere hielt) ist nach dem Oceanus Procellarum das zweitgrößte Mare des Erdmonds. Das annähernd kreisrunde, basaltgefüllte Becken des Regenmeeres ist durch den vorletzten der wirklich großen, Mare-bildenden Einschläge (Impakts) von Asteroiden während des sogenannten letzten großen Bombardements entstanden; nur das Mare Orientale ist selenologisch jünger. Mit dem Imbrium-Einschlag vor 3,8 bis 3,9 Milliarden Jahren endet auf der lunaren Zeitskala das nektarische Zeitalter, und das imbrische Zeitalter beginnt.

Das Mare Imbrium beherrscht die nördliche Mitte der erdzugewandten Mondseite. Die selenografischen Koordinaten des Mittelpunkts des Regenmeeres werden von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) und der United States Geological Survey (USGS) mit 34,72° Nord und 14,91° W, und der Durchmesser mit 1146 Kilometer angegeben.[1] Seine Flächengröße beträgt etwa 830.000 km²;[2] das ist mehr als die doppelte Fläche von Deutschland.

Das 1250 km große „Regenmeer“ lässt noch deutlich seinen Ursprung in einem Meteoriteneinschlag erkennen. Im Süden geht es in den Oceanus Procellarum über, der Nordrand wird durch Gebirgsketten markiert. Neben verschiedenen Lavaströmen enthält es auch größere Krater wie Archimedes (83 km) und Eratosthenes (58 km).

Umgebung
Im Westen geht die Basaltebene des Mare Imbrium in den Oceanus Procellarum über. Im Nordwesten liegt als „Randmeer“ des Regenmeeres die Regenbogenbucht (Sinus Iridum). Im Norden trennen die Montes Alpes („Mondalpen“) das Regenmeer vom Mare Frigoris. Innerhalb der Alpen liegt am Rand des Regenmeeres der im Durchmesser 101 Kilometer große, mit Basalt gefüllte Krater Plato. Im Osten geht das Mare Imbrium in einem relativ schmalen Bereich zwischen den Enden der zwei Kettengebirge Montes Apenninus und Montes Caucasus in das Mare Serenitatis über. Südwestlich davon liegen am Südostrand des Regenmeeres der „Sumpf der Fäulnis“ (Palus Putredinis) und der 82 Kilometer breite, ebenfalls mit Basalt gefüllte Krater Archimedes. In südlicher Nachbarschaft des Regenmeeres liegen die „Bucht der Mitte“ (Sinus Medii), das Mare Insularum und der 93 Kilometer breite Krater Copernicus.

Bergketten
Das Imbrium-Becken ist von mindestens drei kreisförmigen, konzentrischen Bergringen geprägt, die durch den Aufprall des Asteroiden entstanden sind. Sie sind aber nicht so gut erhalten wie das fast vollständige Multiringsystem um das Mare Orientale. Der äußere Ring hat einen Durchmesser von rund 1300 Kilometern und teilt sich in unterschiedliche Abschnitte auf: in die Karpaten im Süden, die Apenninen im Südosten und den Kaukasus im Osten. Zusätzlich zu dem Außenring entdeckten im Jahr 1962 William Hartmann und Gerard Kuiper Reste von zwei inneren Ringen. Den mittleren Ring mit einem Durchmesser von rund 1000 Kilometer markieren die Alpen und die Bergregionen an den Kratern Archimedes und Plato sowie an den Montes Jura. Der innere Ring mit einem Durchmesser von rund 700 Kilometer ist zum größten Teil unter Marebasalt begraben. Nur vereinzelte Marerücken und die Bergspitzen Mons La Hire, Montes Recti, Montes Teneriffe, Mons Pico sowie Montes Spitzbergen erheben sich über die Mare-Ebene und formen zusammen mit dem Kap Laplace ein grobes Ringmuster.[3]

Die Apenninenberge bilden die größte Gebirgskette des Mondes und erreichen Höhen von 4 bis 5 Kilometern über die Ebene des Regenmeeres. Zum Verlauf der konzentrischen Ringstrukturen des Beckens haben andere Mondforschern auch alternative Ansichten mit bis zu sechs beteiligten Ringen vorgeschlagen. Warum am große Apenninenring über weite Strecken – wie beispielsweise am Übergang zum Oceanus Procellarum – markierende Relieferhebungen fehlen, wurde noch nicht herausgefunden.[3]

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Mare Nectaris (Nektarmeer)

Zwischen den Bergen der Rupes Altai und mehreren schönen Kratern ist das nur 400 km große „Nektarmeer“ eingebettet. Seine Lavamassen füllen ein 3,92 Milliarden Jahre altes Einschlagbecken aus.

Der größte Krater ist der Rosse-Krater im zentralen Süden. Im Westen grenzt es an das Gebirge Montes Pyrenaeus. Das Gestein hat eine Dicke von 1 km. Die pränektarische und die nektarische Periode der Lunaren Zeitskala wurden nach diesem Mare benannt.

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Mare Nubium (Wolkenmeer)

Das Mare Nubium (lateinisch für „Wolkenmeer“) ist eines der sieben größeren Mondmeere (ein altes, mit erstarrtem Magma bzw. Lava bedecktes Tiefland) auf dem Erdmond. Es liegt im Südwest-Quadranten der sichtbaren Mondvorderseite und ist bereits mit freiem Auge deutlich als dunkler, ausgefranster Fleck zu sehen: im sogenannten „Mondgesicht“ bildet es den etwas nach links verzogenen „Mund“.

Das „Meer der Wolken“ ist eine sehr dunkle Lavafläche. Erst bei höherer Vergrößerung werden viele Falten und Krater in ihr deutlich. Wenn der Mond acht Tage alt ist, lässt sich eventuell der Schatten der 96 km langen „Rupes Recta“ erkennen. Bei dieser „langen Wand“ handelt es sich um eine Verwerfung, deren Abhänge bis zu 40 Grad steil sind.

Seine leicht gewellte Ebene ist annähernd kreisförmig und hat einen mittleren Durchmesser von 715 km – also etwa ein Fünftel des Monddurchmessers. Vom großen, nordwestlich anschließenden Oceanus Procellarum ist es freiäugig als markanter Ausläufer wahrzunehmen, ist aber durch das kleine Mare Cognitum und einige kraterdurchsetzte „Festland“-Streifen (Höhenrücken) von diesem getrennt. Die selenografischen Koordinaten seines Zentrums sind 21° 18' Süd, 16° 36' West.

Morphologie im Schattenwurf
Die etwas wellige Struktur des Mare Nubium, auf das nach seiner Bildung nur relativ wenige Meteoriten einschlugen, kommt im Fernrohr besonders deutlich 1–2 Tage nach Halbmond (erstes bzw. letztes Viertel) zur Wirkung, wenn das Gelände vom Sonnenlicht nur streifend beleuchtet wird. Am Ostrand (rechts) des Mare Nubium tritt dann z. B. sehr deutlich die Geländestufe der Rupes Recta zutage, die der Selenograf Hieronymus Schroeter vor 200 Jahren noch als „Lange Wand“ bezeichnete, weil er infolge der langen Schatten ihre Steilheit überschätzte. Weitere 1–2 Tage später erreicht das Streiflicht des Terminators die Westseite des Mare und bringt die vielfältigen Strukturen der Krater Bullialdus und Gassendi – am hügeligen Übergang zum Mare Humorum – zur Geltung.

Für geologisch interessierte Hobbyastronomen ist diese Mondlandschaft ein besonderer Genuss, weil verschiedene Linienstrukturen und terrassenartige Geländestufen der alten Lavadecke und die zerklüfteten Kraterränder interessante Schatten werfen und dadurch auch spezielle Höhenmessungen zulassen. Der erwähnte H. Schroeter und der Wiener Astronom Josef Hopmann haben auf solchen Messungen das Höhensystem des Mondes aufgebaut.

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Mare Serenitatis (Meer der Heiterkeit)

Gemeinsam mit dem Mare Humorum gehört das „Meer der Heiterkeit“ zu den ältesten Mondmeeren. Den Rand des 580 × 680 km großen Lavabeckens bilden mehrere Gebirgsketten. Es wird von einem hellen Strahl durchschnitten, der vom Krater Tycho ausgeht.

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Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe)

Das „Meer der Ruhe“ ist eine unregelmäßig geformte Tiefebene, die im Süden über die Bucht der Rauheit (Sinus Asperitatis) mit dem Mare Nectaris verbunden ist. Es erstreckt sich über 650 × 900 km. Im Südwesten des Mare Tranquillitatis landete am 19. Juli 1969 mit Apollo 11 die erste bemannte Mondmission – wovon aber auch in den größten Teleskopen nichts zu erkennen ist.

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Mare Vaporum (Meer der Dünste)

Die kleine Lavaebene südlich der Apenninen wird als „Meer des Dunstes“ bezeichnet. In ihr lässt sich der 40 km große Krater Manilius erkennen. Im Großfernglas lässt sich eventuell die fast 3000 Meter breite Hyginusrille als schmale Linie erahnen. Sie markiert wohl einen eingestürzten Lavakanal.

Es befindet sich südwestlich des Mare Serenitatis und südöstlich des Mare Imbrium. Das Meer wird durch den Höhenzug Montes Apenninus begrenzt.

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Oceanus Procellarum (Ozean der Stürme)

Das „Meer der Stürme“ ist eine über zwei Millionen Quadratkilometer große, von Kratern übersäte Tiefebene, die keine klaren Ränder besitzt. Es ist das größte Mondmeer und in der Zeit nach Vollmond das auffälligste Oberflächenmerkmal, das bereits für das bloße Auge sichtbar ist.

Den Namen hat er von der früheren Annahme, dass seine Erscheinung mit dem abnehmenden Halbmond schlechtes Wetter bringe.

Oceanus Procellarum ist mit 2.500 km Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung und einer Fläche von mehr als 4.000.000 km² das größte der „Mondmeere“. Wie alle Maria wurde er von vulkanischen Aktivitäten gebildet, bei denen Lava und basaltisches Magma das Gebiet mit einer dicken, fast flachen Decke überzog. Anders als die meisten anderen Maria entstand er aber nicht durch einen Einschlag, sondern durch überfließendes Magma aus anderen Regionen, worauf die unregelmäßige Begrenzung hindeutet. Die Mondkruste unter der Basaltdecke bildet daher kein Einschlagsbecken, sondern ist relativ flach und ohne Mascons.

An seiner östlichen Hälfte liegen viele kleinere „Meere“ und „Buchten“. Im Nordosten ist Oceanus Procellarum vom großen Rund des Mare Imbrium nur durch einen flachen Übergang und die „Mondkarpaten“ getrennt, im Südosten vom Mare Nubium durch die Montes Riphaeus. Im Süden grenzt er an das Hochland beim Mare Humorum, im Südwesten an jenes zum Einschlagbecken Grimaldi. Die auffälligsten Strukturen im Oceanus sind – besonders bei Vollmond – die von Strahlensystemen umgebenen Krater Copernicus, Kepler und Aristarchus (siehe Bild rechts oben).

Die unbemannten Mondsonden Surveyor 1 und 3 sowie Luna 9 und 13 landeten im Oceanus Procellarum, ebenso wie die bemannte Apollo-12-Mission.

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Quellenangabe

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