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Sonnenlichtstrahl im Krater Barrow am 11.02.2019

Ansicht des Himmel kurz nach 22.00 Uhr (MEZ)

Sehr schöne Zeichnung von Jens zum Barrow Lichtstrahl. Copyright: Jens

Die rot dargestellten Linien geben die ungefähre Ausbreitung des Lichtstrahles am Übergang des Krater Meton zu Barrow wieder. Auszug aus dem Lunar Astronautical Chart (LAC) series

Die rot dargestellten Linien geben die ungefähre Ausbreitung des Lichtstrahles der Sonne wieder. Dieses fällt auf die westlich gelegende Kraterwand von Barrow und beleuchtet diese. Auszug aus dem Lunar Astronautical Chart (LAC) series

Licht- und Schattenspiele auf der Mondoberfläche sind eine Willkommene Abwechslung für Mondbeobachter.

Zu dieser Kategorie gehört der Lichtstrahl im Barrow Krater. Zu einem bestimmten Zeitpunkt fällt zwischen den zerklüfteten Kraterwänden Sonnenlicht auf  den Boden des Kraters und erzeugt einen Sonnenlichtstrahl, der zur gegenüberliegenden Seite des Kraters reicht.

Der Krater Barrow ist nach dem britischen Mathematiker Issac Barrow (1630-1677) benannt und besitzt mehrere Nebenkrater. Er liegt er auf der Mondoberfläche hoch im Norden und hat einen Durchmesser von 89 Kilometer. Im Teleskop ist er eine schön anzusehen Mondformation.

Ab ca. 22.45 Uhr (MEZ) fällt das Sonnenlicht an der Tag- und Nacht-Grenze des Mondes im flachen Winkel über die Ebene des Kraters Meton.
Am Übergang des Nebenkrater Meton F zum dem Krater Barrow fällt ein Sonnenlichtstrahl durch die zerklüftete Kraterwand auf den Kraterboden von Barrow.
Der Sonnenlichtstrahl trifft auf die gegenüberliegende Kraterwand von Barrow.
Innerhalb von einer Stunde weitet sich der Lichtstrahl auf und beleuchtet die westliche Kraterwandes Krater Barrow.

Als Nachbar zu Barrow befindet sich südwestlich der Nebenkrater Barrow A, dessen westliche Kraterwand in das Licht der Sonne getaucht wird.

Während des Lichtereignis wandert der Mond Richtung Horizont und hat zu Beginn eine Höhe von 16 Grad über dem Horizont.
Voraussichtlich dauert das Spiel von Licht und Schatten bis ca. 0.30 Uhr, danach ist der Mond am Horizont untergegangen.

Die Bedingungen sind aufgrund des tief stehenden Mondes nicht optimal. Zur Beobachtung benötigt man freie Horizontsicht bei klarem Wetter und bei gutem Seeing.

Eine schöne Aufnahme dieses Lichtspiel gibt es in einem Beitrag von Astrotreff.
Das Lichtspiel ist nicht nur für Fotografen ein lohnenswertes Objekt, auch Mondzeichner kommen auf ihre Kosten.
Das Zeichnen am Teleskop bietet Vorteile.  Als Beobachter nimmt man wesentlich mehr Veränderungen und Details wahr.
Jens Leich hat dieses Lichtereignis beobachtet und gezeichnet. Er hat mir seine Zeichnung freundlicher Weise zur Verfügung gestellt.

 

Die nächste Sichtbarkeit ist am 3.12.2019.

Vorbereitung für die Beobachtung

Bereiten Sie sich frühzeitig auf das Ereignis vor.
Wichtig ist, dass Sie für die gesamte Beobachtungszeit freie Horizontsicht haben.

Die Höhe des Mondes können Sie ausreichend genau über meine Ephemeridentabellen ermitteln. Nachfolgend die wichtigsten Informationen:

Datum / UhrzeitAzimutElevation (Höhe)
11.02.2019 - 21.45 Uhr266 Grad16 Grad
12.02.2019 - 00.00 Uhr280 Grad4 Grad
12.02.2019 - 00:26 Uhr - Monduntergang286 Grad0 Grad

Fangen Sie frühzeitig mit der Beobachtung an. Die Zeiten lassen sich nur mit einer Genauigkeit von 10-15 Minuten vorhersagen.

Halten Sie das Ereignis fest: Hilfreich ist eine Tonaufnahme, die Sie während der gesamten Zeit aufnehmen.
So konzentrieren Sie sich auf das Ereignis und können Ihre Eindrücke sprechen.
Vergessen Sie nicht, zu Beginn der Tonaufnahme das aktuelle Datum und die Uhrzeit auf zusprechen. Während der Beobachtung sollten Sie das in regelmäßigen Abständen wiederholen.

Später können Sie Ihre Aufnahmen am PC auswerten und Ihre Beobachtung zu Papier bringen. Für diese Zwecke eignen sich Mondbeobachtungsprotokoll besonders gut. Die Ergebnisse lassen sich so dokumentieren und archivieren. Für alle Interessierten biete ich meine Vorlagen für Beobachtungen zum Download an!

Natürlich können Sie dieses Ereignis zusätzlich zeichnen oder fotografieren.

Mondbeobachtungsprotokoll jetzt herunterladen.

Nachweise

Die Daten wurden mit https://www.calsky.com ermittelt und gelten für einen Beobachtungsort in Deutschland mit 50 Grad nördliche Breite und 10 Grad östliche Breite. 

Die Angegeben Zeiten können auch für andere Orte im deutschsprachigen Raum verwendet werden.

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Comments (4)

  • Viaggiatore
    at 16.07.2019
    Danke für die leicht verständliche Erklärung. Für einen Einsteiger eine herrliche Grundlage sich mit dem Mond auseinander zu setzen. Daumenhoch !!!
  • herbbitter
    at 25.03.2019
    Mir und einer Bekannten ist aufgefallen, dass der Mond am 20.03.2019 gegen 19:30 / 20:00 Uhr, also kurz vor Vollmond eine Eiform hatte. Und zwar war er auf der Seite eingedellt, die eigentlich bei abnehmendem Mond weniger wird. Morgens um 6 Uhr am 21.03.2019 war er dann richtig rund. Ist das noch jemand aufgefallen? Und vor allem, woher kommt sowas?
    • www.Der-Mond.org
      at 01.04.2019
      Ohne Bild ist es leider schwer zu beurteilen, was ihr Bekannter gesehen hat.
      Evt. handelt es sich um eine Atmosphäre Gegebenheit (Lichtbrechung), die beobachtet wurde. Ähnliches kann man bei der Sonne sehen.
      Sehr schön erklärt ist das auf der Seite https://www.leifiphysik.de/optik/lichtbrechung/ausblick/lichtbrechung-der-atmosphaere
    • herbbitter
      at 01.04.2019
      Vielen Dank. Das kann ich gut verstehen und mir somit auch erklären. Es ist wie die Sonne bei Sonnenuntergang beschrieben wird, sicher auch beim Mond gewesen. HERZLICHEN Dank nochmals.

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