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Pitatus-Strahl am 22.10.2019

In den frühen Morgenstunden um 4.30 Uhr (MESZ) befindet sich der Mond hoch über dem Horizont. Optimale Bedingungen für eine Beobachtung des Pitatus-Strahlenereignisses!

Zeichnung von (c) Frank McCabe aus dem Beitrag https://www.cloudynights.com/topic/554510-craters-pitatus-and-hesodius-during-lunar-sunset/

Die rot dargestellten Linien markiert den Bereich des Lichstrahles im Krater Pitatus. Auszug aus dem Lunar Astronautical Chart (LAC) series

Der Hesiodus-Strahl gehört zu den bekanntesten Sonnenlichtstrahlereignissen auf dem Mond.
Er entsteht durch eine Lücke in den Wällen des Krater Hesiodus und dem daran grenzenden Krater Pitatus. In dieser Lücke befindet sich eine kleine Rille.

Zum Zeitpunkt des letzten Viertels gibt es ein Lichtstrahlereignis in entgegengesetzter Richtung im Krater Pitatus.

Es gibt leider nur wenige Beobachtungsberichte, Fotos oder Zeichnungen von diesem Phänomen. Das ist dem Umstand geschuldet, dass sich dieses Ereignis erst in der zweiten Nachthälfte ereignet.

Zu Beginn des Ereignisses um 3.35 Uhr (MESZ) wird die Tiefebenen des Kraters Hesiodus vom Sonnenlicht der untergehenden Sonne beleuchtet, während sich die Tiefebenen des Krater Pitatus vollkommen im Schatten befinden.
Zu diesem Zeitpunkt hat der Mond eine Höhe von 31,4 Grad über dem Horizont.

Der Krater Pitatus hat einen Durchmesser von 100 Kilometer und wurde nach dem italienischen Astronom und Mathematiker Petro Pitati benannt. Das Innere des Kraters ist von Lava geflutet und eben. Durchzogen wird dieser am süd-östlichen Rand von Rima Pitatus.
Bereits mit einem kleinen Teleskop lässt sich der Krater, dessen Wände sehr unregelmäßig sind, gut beobachten.

Der Krater Hesiodus ist wesentlich kleiner als Pitatus und hat einen Durchmesser von 43 Kilometer. Benannt ist dieser nach dem griechischen Dichter Hesiodus.

Während das Sonnenlicht durch die Lücke des Kraterwalls fällt, erzeugt dieses einen Sonnenlichtstrahl im Krater Pitatus.

Der Lichtstrahl beginnt hinter der Lücke in der Wallebene und endet dann in den frühen Morgenstunden um 5:35 (MESZ) vor dem im Krater befindlichen Zentralberg.

Die Spitze des Zentralberges wird dabei von der Sonne beleuchtet.

Es entsteht ein sehr ästhetischer Anblick, der aus meiner Sicht viel zu wenig Beachtung findet.

Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Beobachtung zu beginnen, um nichts zu verpassen. Die genauen Zeiten lassen sich nur schwer exakt vorhersagen und können ohne Weiteres bis zu 10 Minuten abweichen.

Nach gut zwei Stunden ist Schauspiel dann vorüber.

Das nächste mal kann man dieses Ereignis am 18.03.2020 beobachten.

Vorbereitung für die Beobachtung

Bereiten Sie sich frühzeitig auf das Ereignis vor.
Wichtig ist, dass Sie für die gesamte Beobachtungszeit freie Horizontsicht haben.

Die Höhe des Mondes können Sie ausreichend genau über meine Ephemeridentabellen ermitteln. Nachfolgend die wichtigsten Informationen:

Datum / UhrzeitAzimutElevation (Höhe)
22.10.2019 - 3.35 Uhr (MESZ)94 Grad32 Grad
22.10.2019 - 4.35 Uhr (MESZ)107 Grad41 Grad
22.10.2019 - 05.35 Uhr (MESZ)122 Grad48 Grad

Fangen Sie frühzeitig mit der Beobachtung an. Die Zeiten lassen sich nur mit einer Genauigkeit von 10-15 Minuten vorhersagen.

Halten Sie das Ereignis fest: Hilfreich ist eine Tonaufnahme, die Sie während der gesamten Zeit aufnehmen.
So konzentrieren Sie sich auf das Ereignis und können Ihre Eindrücke sprechen.
Vergessen Sie nicht, zu Beginn der Tonaufnahme das aktuelle Datum und die Uhrzeit auf zusprechen. Während der Beobachtung sollten Sie das in regelmäßigen Abständen wiederholen.

Später können Sie Ihre Aufnahmen am PC auswerten und Ihre Beobachtung zu Papier bringen. Für diese Zwecke eignen sich Mondbeobachtungsprotokoll besonders gut. Die Ergebnisse lassen sich so dokumentieren und archivieren. Für alle Interessierten biete ich meine Vorlagen für Beobachtungen zum Download an!

Natürlich können Sie dieses Ereignis zusätzlich zeichnen oder fotografieren.

Mondbeobachtungsprotokoll jetzt herunterladen.

Nachweise

Die Daten wurden mit https://www.calsky.com ermittelt und gelten für einen Beobachtungsort in Deutschland mit 50 Grad nördliche Breite und 10 Grad östliche Breite. 

Die Angegeben Zeiten können auch für andere Orte im deutschsprachigen Raum verwendet werden.

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Comments (4)

  • Viaggiatore
    at 16.07.2019
    Danke für die leicht verständliche Erklärung. Für einen Einsteiger eine herrliche Grundlage sich mit dem Mond auseinander zu setzen. Daumenhoch !!!
  • herbbitter
    at 25.03.2019
    Mir und einer Bekannten ist aufgefallen, dass der Mond am 20.03.2019 gegen 19:30 / 20:00 Uhr, also kurz vor Vollmond eine Eiform hatte. Und zwar war er auf der Seite eingedellt, die eigentlich bei abnehmendem Mond weniger wird. Morgens um 6 Uhr am 21.03.2019 war er dann richtig rund. Ist das noch jemand aufgefallen? Und vor allem, woher kommt sowas?
    • www.Der-Mond.org
      at 01.04.2019
      Ohne Bild ist es leider schwer zu beurteilen, was ihr Bekannter gesehen hat.
      Evt. handelt es sich um eine Atmosphäre Gegebenheit (Lichtbrechung), die beobachtet wurde. Ähnliches kann man bei der Sonne sehen.
      Sehr schön erklärt ist das auf der Seite https://www.leifiphysik.de/optik/lichtbrechung/ausblick/lichtbrechung-der-atmosphaere
    • herbbitter
      at 01.04.2019
      Vielen Dank. Das kann ich gut verstehen und mir somit auch erklären. Es ist wie die Sonne bei Sonnenuntergang beschrieben wird, sicher auch beim Mond gewesen. HERZLICHEN Dank nochmals.

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