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Mond in größter nördlicher Libration

Am 23.11.2013 befindet sich der Erdmond in seiner größten nördlichen Libration mit 7,6 Grad. Dadurch hat man die Möglichkeit, einen kleinen Teil des normalerweise auf der Rückseite befindlichen Mondes zu sehen.

Der Mond ist rotationsgebunden. Das bedeutet, dass er für eine Umdrehung um seine Achse genauso lange braucht, wie für einen Durchgang von Vollmond zu Vollmond. Er zeigt uns also immer die gleiche Seite.

Verschiedene Einflussfaktoren sorgen jedoch dafür, dass Im Laufe der Zeit 59 Prozent der Mondoberfläche beobachtet werden können. Damit lassen sich in diesem Verlauf besonders Formationen, die auf der Vorderseite und Rand des Mondes liegen, besser beobachten. Weiterhin werden Formationen auf der Rückseite sichtbar.

Diese Tatsache ergibt sehr interessante Beobachtungsmöglichkeiten.

 

Wie kommt diese Libration jetzt zustande?

Mehrere Einflussfaktoren spielen hierbei ein Rolle und sorgen immer wieder für diese besondere Position des Mondes. Die wichtigsten davon möchte ich kurz hier erläutern.

Es können Librationen in selenografischer Länge und Breite zusammen fallen.

 

Die Abweichung in Selenografischer Länge

Die Bahn des Mondes ist deutlich elliptisch ausgeprägt. In der nebenstehenden Grafik kann man dies gut erkennen. Das hat zur Folge, dass der Mond auf dem Weg vom Apogäum (Erdferne) zum Perigäum (Erdnähe) seine Geschwindigkeit auf der Mondbahn beschleunigt. Man spricht davon, dass er „vor läuft“.  Wir bekommen damit kurz nach dem Perigäum (Erdnähe) mehr vom östlichen Rand in der selenografischen Länge zu sehen.

Vom Weg des Perigäum (Erdnähe) zum Apogäum (Erdferne) ist es das Gegenteil. Der Mond verringert seine Bewegung auf der Mondbahn und „läuft nach“. Kurz nach dem Apogäum (Erdferne) bekommen wir mehr vom westlichen Rand in selenografischer Länge zusehen.

Insgesamt kann das in jede Richtung bis zu 7.9 Grad ausmachen!

 

Die Abweichung in Selenografischer Breite

Die Libration in selenografischer Breite entsteht durch zwei Abweichungen. Zum einem ist die Mondbahn gegen die Ekliptik um 5 Grad geneigt. Der zweite Einflussfaktor ist die Neigung des Mondes von 1,3 Grad gegenüber seiner eigenen Achse.

Damit kann man in jede Richtung 6,7 Grad  der Rückseite des Mondes sehen.

Den Schnittpunkt zwischen Ekliptik und Mondbahn nennt man Mondknoten. In Laufrichtung des Mondes auf seiner Mondbahn spricht man absteigenden Mondknoten (der Mond befindet sich unterhalb der Ekliptikfläche) oder aufsteigenden Mondknoten (der Mond befindet sich oberhalb der Ekliptikfläche).

Vom absteigenden zum aufsteigenden Knoten sehen wir mehr vom nördlichen Mondpol, vom aufsteigenden zum absteigenden Knoten mehr vom südlichen Mondpol.

Für die selenografische Breite ist es wichtig, die geografischen Koordinaten des Beobachters auf der Erdoberfläche zu berücksichtigen. Diese kann bis zu 1 Grad betragen.

 

Möchten Sie mehr wissen?

 

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