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Hesiodus-Strahl am 13.04.2019

Ansicht des Himmel um 21.40 Uhr (MESZ)

Foto zum Zeitpunkt des Hesiodus-Strahl von Stefan Seip

Diese sehr schöne und gelungene Fotomontage von Olaf Dieme zeigt den Verlauf und die Entwicklung des Hesiodus-Strahl.

Die rot dargestellten Linien markiert den Krater Hesiodus. Auszug aus dem Lunar Astronautical Chart (LAC) series

Eines der bekanntesten und schönsten Ereignisse mit dem Spiel von Licht und Schatten auf der Mondoberfläche  ist der Hesiodus-Strahl. Zwei Tage nach dem ersten Viertel ist dieses besondere Schauspiel in Form eines Lichtstrahls im Krater Hediodus zu bewundern.
Der Lichtstrahl entsteht durch eine Lücke in den Wällen des Krater Hesiodus und dem daran grenzenden Krater Pitatus.

Die Sonne geht am 13.04. im Krater Pitatus auf und erfüllt diesen mit Sonnenlicht. Der Krater hat einen Durchmesser von 100 Kilometer und wurde nach dem italienischen Astronom und Mathematiker Petro Pitati benannt. Das Innere des Kraters ist von Lava geflutet und eben. Durchzogen wird dieser am süd-östlichen Rand von Rima Pitatus.
Bereits mit einem kleinen Teleskop lässt sich der Krater, dessen Wände sehr unregelmäßig sind, gut beobachten.

Wenn der Krater Pitatus vollständig im Sonnenlicht liegt, kann das Schauspiel ab 20.25 Uhr (MESZ) beginnen. Der Krater Hediodus grenzt direkt an den Krater Pitatus an. Beide sind durch einen Wall miteinander verbunden, in dessen Mitte sich eine kleine Rille befindet.
Wenn die Tag-und-Nacht-Grenze des Mondes diese Rille erreicht, kommt es zu dem Schauspiel des Hediodus-Strahl. Während die Sonne von Osten kommend aufsteigt und den Kraterwall von Hediodus noch nicht überschritten hat, beginnt sich der Lichtstrahl von der gegenüberliegenden Seite (!) des Walls an der westlichen Kraterwand zu entwickeln.

Mit einem Teleskop lässt sich bei guten Bedingungen und Seeing der gesamte Verlauf schön mit verfolgen. Der Lichtstrahl wächst dabei im Krater Hediodus heran und wandert in Richtung des Walls. Nach ca. 30 Minuten hat die Spitze des Lichtstrahls die Mitte des Kraters erreicht.
Zu Beginn entwickelt sich der Lichtstrahl sehr schnell und verlangsamt sich nach Erreichen der Mitte. Nach insgesamt zwei Stunden hat der Hediodus-Strahl den gesamten Krater durchquert und ist an dem Wall, der den Krater Hediodus mit Pitatus verbindet, angekommen.

Der Krater Hediodus ist wesentlich kleiner als Pitatus und hat einen Durchmesser von 43 Kilometer. Benannt ist dieser nach dem griechischen Dichter Hesiod.

Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Beobachtung zu beginnen, um nichts zu verpassen. Die genauen Zeiten lassen sich nur schwer exakt vorhersagen und können ohne Weiteres bis zu 10 Minuten abweichen.

Zu Beginn, gegen 20.25 Uhr (MESZ), hat der Mond nach Sonnenuntergang eine Höhe von 41 Grad. Aufgrund dieser Voraussetzungen sind die Bedingungen für eine Beobachtung sehr gut.

Nach gut zwei Stunden ist Schauspiel dann vorüber.

Das nächste mal kann man dieses Ereignis am 11.06.2019 beobachten.

Vorbereitung für die Beobachtung

Bereiten Sie sich frühzeitig auf das Ereignis vor.
Wichtig ist, dass Sie für die gesamte Beobachtungszeit freie Horizontsicht haben.

Die Höhe des Mondes können Sie ausreichend genau über meine Ephemeridentabellen ermitteln. Nachfolgend die wichtigsten Informationen:

Datum / UhrzeitAzimutElevation (Höhe)
13.04.2019 - 20.25 Uhr (MESZ)175 Grad60 Grad
13.04.2019 - 21.25 Uhr (MESZ)202 Grad58 Grad
13.04.2019 - 22.25 Uhr (MESZ)224 Grad53 Grad

Fangen Sie frühzeitig mit der Beobachtung an. Die Zeiten lassen sich nur mit einer Genauigkeit von 10-15 Minuten vorhersagen.

Halten Sie das Ereignis fest: Hilfreich ist eine Tonaufnahme, die Sie während der gesamten Zeit aufnehmen.
So konzentrieren Sie sich auf das Ereignis und können Ihre Eindrücke sprechen.
Vergessen Sie nicht, zu Beginn der Tonaufnahme das aktuelle Datum und die Uhrzeit auf zusprechen. Während der Beobachtung sollten Sie das in regelmäßigen Abständen wiederholen.

Später können Sie Ihre Aufnahmen am PC auswerten und Ihre Beobachtung zu Papier bringen. Für diese Zwecke eignen sich Mondbeobachtungsprotokoll besonders gut. Die Ergebnisse lassen sich so dokumentieren und archivieren. Für alle Interessierten biete ich meine Vorlagen für Beobachtungen zum Download an!

Natürlich können Sie dieses Ereignis zusätzlich zeichnen oder fotografieren.

Mondbeobachtungsprotokoll jetzt herunterladen.

Nachweise

Die Daten wurden mit https://www.calsky.com ermittelt und gelten für einen Beobachtungsort in Deutschland mit 50 Grad nördliche Breite und 10 Grad östliche Breite. 

Die Angegeben Zeiten können auch für andere Orte im deutschsprachigen Raum verwendet werden.

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Comments (4)

  • Viaggiatore
    at 16.07.2019
    Danke für die leicht verständliche Erklärung. Für einen Einsteiger eine herrliche Grundlage sich mit dem Mond auseinander zu setzen. Daumenhoch !!!
  • herbbitter
    at 25.03.2019
    Mir und einer Bekannten ist aufgefallen, dass der Mond am 20.03.2019 gegen 19:30 / 20:00 Uhr, also kurz vor Vollmond eine Eiform hatte. Und zwar war er auf der Seite eingedellt, die eigentlich bei abnehmendem Mond weniger wird. Morgens um 6 Uhr am 21.03.2019 war er dann richtig rund. Ist das noch jemand aufgefallen? Und vor allem, woher kommt sowas?
    • www.Der-Mond.org
      at 01.04.2019
      Ohne Bild ist es leider schwer zu beurteilen, was ihr Bekannter gesehen hat.
      Evt. handelt es sich um eine Atmosphäre Gegebenheit (Lichtbrechung), die beobachtet wurde. Ähnliches kann man bei der Sonne sehen.
      Sehr schön erklärt ist das auf der Seite https://www.leifiphysik.de/optik/lichtbrechung/ausblick/lichtbrechung-der-atmosphaere
    • herbbitter
      at 01.04.2019
      Vielen Dank. Das kann ich gut verstehen und mir somit auch erklären. Es ist wie die Sonne bei Sonnenuntergang beschrieben wird, sicher auch beim Mond gewesen. HERZLICHEN Dank nochmals.

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