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Beobachtung des Hesiodus-Strahl

Eines der bekanntesten und schönsten Ereignisse mit dem Spiel von Licht und Schatten auf der Mondoberfläche  ist der Hesiodus-Strahl. Zwei Tage nach dem ersten Viertel ist dieses besondere Schauspiel in Form eines Lichtstrahls im Krater Hediodus zu einem bestimmten Zeitpunkt zu bewundern.
Der Lichtstrahl entsteht durch eine Lücke in den Wällen des Krater Hesiodus und dem daran grenzenden Krater Pitatus.

Die Sonne geht im Krater Pitatus auf und erfüllt diesen mit Sonnenlicht. Der Krater hat einen Durchmesser von 100 Kilometer und wurde nach dem italienischen Astronom und Mathematiker Petro Pitati benannt. Das Innere des Kraters ist von Lava geflutet und eben. Durchzogen wird dieser am süd-östlichen Rand von Rima Pitatus.
Bereits mit einem kleinen Teleskop lässt sich der Krater, dessen Wände sehr unregelmäßig sind, gut beobachten.

Wenn der Krater Pitatus vollständig im Sonnenlicht liegt, kann das Schauspiel beginnen. Der Krater Hediodus grenzt direkt an den Krater Pitatus an. Beide sind durch einen Wall miteinander verbunden, in dessen Mitte sich eine kleine Rille befindet.
Wenn die Tag-und-Nacht-Grenze des Mondes diese Rille erreicht, kommt es zu dem Schauspiel des Hediodus-Strahl. Während die Sonne von Osten kommend aufsteigt und den Kraterwall von Hediodus noch nicht überschritten hat, beginnt sich der Lichtstrahl von der gegenüberliegenden Seite (!) des Walls an der westlichen Kraterwand zu entwickeln.

 

Mit einem Teleskop lässt sich bei guten Bedingungen und Seeing der gesamte Verlauf schön mit verfolgen. Der Lichtstrahl wächst dabei im Krater Hediodus heran und wandert in Richtung des Walls. Nach ca. 30 Minuten hat die Spitze des Lichtstrahls die Mitte des Kraters erreicht.
Zu Beginn entwickelt sich der Lichtstrahl sehr schnell und verlangsamt sich nach Erreichen der Mitte. Nach insgesamt zwei Stunden hat der Hediodus-Strahl den gesamten Krater durchquert und ist an dem Wall, der den Krater Hediodus mit Pitatus verbindet, angekommen.

 

Der Krater Hediodus ist wesentlich kleiner als Pitatus und hat einen Durchmesser von 43 Kilometer. Benannt ist dieser nach dem griechischen Dichter Hesiod.

Es empfiehlt sich, frühzeitig mit der Beobachtung zu beginnen, um nichts zu verpassen. Die genauen Zeiten lassen sich nur schwer exakt vorhersagen und können ohne Weiteres bis zu 10 Minuten abweichen.

Nach gut zwei Stunden ist Schauspiel dann vorüber.

Es gibt tatsächlich ein gegenteiliges Ereignis zum Zeitpunkt des letzten Viertel im Krater Pitatus. Mehr Informationen gibt es im Artikel zum Pitatus-Strahl

Vorbereitung für die Beobachtung

Bereiten Sie sich frühzeitig auf das Ereignis vor.
Wichtig ist, dass Sie für die gesamte Beobachtungszeit freie Horizontsicht haben.

Die Höhe des Mondes können Sie ausreichend genau über meine Ephemeridentabellen ermitteln.Fangen Sie frühzeitig mit der Beobachtung an. Die Zeiten lassen sich nur mit einer Genauigkeit von 10-15 Minuten vorhersagen.

Halten Sie das Ereignis fest: Hilfreich ist eine Tonaufnahme, die Sie während der gesamten Zeit aufnehmen.
So konzentrieren Sie sich auf das Ereignis und können Ihre Eindrücke sprechen.
Vergessen Sie nicht, zu Beginn der Tonaufnahme das aktuelle Datum und die Uhrzeit auf zusprechen. Während der Beobachtung sollten Sie das in regelmäßigen Abständen wiederholen.

Später können Sie Ihre Aufnahmen am PC auswerten und Ihre Beobachtung zu Papier bringen. Für diese Zwecke eignen sich Mondbeobachtungsprotokoll besonders gut. Die Ergebnisse lassen sich so dokumentieren und archivieren. Für alle Interessierten biete ich meine Vorlagen für Beobachtungen zum Download an!

Natürlich können Sie dieses Ereignis zusätzlich zeichnen oder fotografieren.

Mondbeobachtungsprotokoll jetzt herunterladen.

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