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Mondvulkanismus

Autor: Mathias Scholz

Von Bedeutung für die Oberflächenmorphologie des Mondes ist lediglich der sogenannte Mare- Vulkanismus, der sich – beginnend vor 3.8 Milliarden Jahren – ungefähr über eine Milliarde Jahre erstreckt hat. Darunter versteht man das Auffüllen von großen Impaktbecken durch eindringende Mantelschmelzen, die den Kraterboden überfluten. Das sehr dünnflüssige Material ist durch Risse und Spalten, die sich bei der Entstehung der Bassins gebildet haben, aufgestiegen und hat die schüsselförmigen Vertiefungen bis zu einer Mächtigkeit von einigen Kilometern aufgefüllt. Manche der einzelnen Becken haben sich sogar zu größeren Mare-Gebieten vereinigt. So bildet das Mare Tranquillitatis zusammen mit dem Mare Nectaris, dem Mare Fecundatis und dem Mare Imbrium eine geschlossene Flutbasaltfläche.

Das es auf der Mondrückseite keine größeren Mare gibt hängt damit zusammen, daß dort die Mondkruste um einiges mächtiger ist. Die hier vorgestellte Theorie der Mondentstehung ist die Theorie, die mit den Beobachtungsdaten am besten verträglich ist. Doch wie jede Theorie hat sie nach KARL POPPER (1902-1994) das Potential der Falsifizierung. Eine in diesem Zusammenhang interessante und weitreichende Frage ist, inwieweit Kollisionen der beschriebenen Art im Prozeß der Planetenentstehung „normal“ oder seltene Ausnahmen sind. Es ist denkbar, daß ohne den Impakt die Rotationsdauer der Erde und damit ein Erdtag viel länger gewesen wäre als heute. Ihre Entwicklung hätte dann ganz andere Bahnen genommen und es wäre vielleicht niemals auf ihr Leben entstanden. Der Mond ist nicht nur schön anzusehen, er ist für unsere Existenz notwendig.

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